Fimoperlen – #21madeforyou in July

In diesem Monat möchte ich einmal wieder etwas zeigen, das Aila gemacht hat und Euch gleichzeitig damit ermutigen, dies auch einmal mit Euren Kindern zu versuchen.

Ich selbst kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wann ich zum ersten Mal etwas aus Fimo gemacht habe, 25 Jahre ist das mindestens her – wenn nicht noch länger. Damals war es aber extrem mühsam, die harten Fimoklötze überhaupt erst in einen knetbaren Zustand zu versetzen. Heute hingegen kann man mit Fimo Soft ganz bequem loskneten und es stellen sich schnell Erfolgserlebnisse ein. Das Kneten und Rollen ist ein tolles Training für die Hände und fördert die Feinmotorik. Durch die bunten Farben, die sich auch so leicht miteinander mischen lassen, sind selbst Bastelmuffel schnell motiviert.

Wir haben als erstes Würmer ausgerollt und immer mindestens zwei Farben miteinander verstrudelt:

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Anschließend wurden Stücke abgeschnitten und zu Kugeln gerollt (hierbei kommt es gar nicht darauf an, dass man ganz runde Perlen erhält, auch andere Formen sehen interessant aus). In die Kugeln und weiteren Gebilde haben wir Löcher bit einer dicken Nadel gepiekt und alles im Backofen gemäß Anleitung gebacken.

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Nach dem Abkühlen können die Perlen sofort aufgefädelt werden. (Natürlich auch wieder eine herrliche Übung für den Pinzettengriff… aber ich soll ja nicht alles immer aus der Therapeutenperspektive anschauen 😉 )

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Und die Mühe wird belohnt: Am Ende hat man eine wunderbare Kette, die es so nicht noch einmal gibt!

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Ganz liebe Grüße von Aila und Katta

Kleines Update zum Sommer Freebook Sew along!

Langsam kehrt wieder etwas Ruhe auf meinem Blog ein. Die ersten 3 Tage nach meinem Post zum Sew along war hier die Hölle los :-). Jetzt hoffe ich natürlich, dass auch viele von Euch teilnehmen! Wer Lust hat, kann seinen Blog oder die Facebook-Fanseite jetzt an der Seite verlinken. Dann kann ich vorher schon mal stöbern kommen :-).

Da ich es jetzt doch ein bißchen mit der Angst zu tun bekommen habe, brauchte ich Verstärkung und die bekomme ich natürlich von der lieben Leela Minzz. Wir werden uns als Gastgeberinnen abwechseln und ich werde hier dann eine entsprechende Umleitung einbauen. 🙂

Ich habe schon mal mit den ersten Vorbereitungen für meinen Rock angefangen und bin echt megagespannt, für welchen ihr Euch entscheidet und wie Eure Röcke aussehen werden. Neugierde ist mein zweiter Vorname!

Bis ganz bald

Katta

Wochenplan2klein

Inklusion – ein Traum

Ob es Inklusion bereits irgendwo gibt? Ich glaube nicht – jedenfalls nicht in Deutschland. Aber ich habe einen Traum. In diesem Traum können alle Menschen einfach so sein, wie sie sind und trotzdem am täglichen Leben teilnehmen. Sie gehen alle gemeinsam zur Schule, sie müssen nicht Freunde sein (wer kann schon jeden leiden?), aber sie respektieren sich. Sie unterstützen sich, wenn es nötig ist und lassen sich in Ruhe, wenn keine Hilfe gewünscht ist (wie in dem alten Pfadfinderwitz: Die alten Omas werden immer undankbarer, nun hab ich ihr über die Straße geholfen und sie hat die ganze Zeit laut gebrüllt „Ich will aber gar nicht auf die andere Seite…“).

Zur Zeit bin ich traurig und enttäuscht

– darüber, wie die Diskussion über Henri geführt wird (alleine die Diskussion zeigt mir, dass Inklusion noch nicht in den Köpfen angekommen ist),

– darüber, wie auch unsere eigene Schule, die sich Inklusion auf die Fahnen geschrieben hat, vollkommen uninspiriert und pflegmatisch das normale Programm abspult und ohne Selbstreflektion die alten Schienen fährt, anstatt einmal einen neuen Weg auszuprobieren.

– und am meisten darüber, dass selbst die Eltern der Kinder mit DS die gleichen dummen Argumente bringen und diesen wichtigen Vorstoß auch noch torpedieren,

Worum geht es hier eigentlich? Das frage ich mich schon eine Weile… Geht es um die Angst, dass man selbst vielleicht nicht genug getan hat? Lieber behaupten, es kann nicht klappen, damit man sich selbst und sein Handeln nicht in Frage stellt?

Wir Eltern wissen in vielen Fällen, was gut für unser Kind ist. Aber müssen wir in Frage stellen, dass andere das nicht auch für ihre Kinder wissen? Nur, weil sie einen anderen Weg gehen, muss er nicht schlechter sein. Sicher ist der leichte Weg ohne Widerstand für viele der beste Weg: sie wollen nicht, dass ihre Kinder in den „normalen“ Schulen leiden. Das ihre Kinder nicht von anderen Kindern und Lehrern ausgegrenzt werden. Aber mal ehrlich – ist das nicht total verquer?

Auch ich habe mein Kind nicht in die Einzugsschule eingeklagt. Klar hätte sie laut Berliner Schulgesetz einen Anspruch auf einen Platz gehabt. Vermutlich hätten wir nach langem Kampf sogar Recht bekommen, aber zu welchem Preis? Dass Lehrer, die sie nicht auf der Schule haben wollen, sie nicht beachten oder unterstützen, um dann später auch noch sagen zu können „haben wir doch gleich gewusst, dass es nicht klappt“…? Ist es nicht schlimm, dass einem überhaupt solche Gedanken kommen?

Viele Eltern schicken ihre behinderten Kinder nicht auf die Regelschulen, damit sie nicht von den anderen Kindern geärgert, gehänselt, gequält werden. In was für einer Gesellschaft leben wir eigentlich? Wollen wir wirklich, dass es so bleibt? Schützen wir unsere behinderten Kinder, indem wir sie weiter abgrenzen? Unterstützen wir damit nicht nur, dass diese grässlichen Kinder, die unsere Kinder quälen, auch noch Recht bekommen und sie dann hänseln und quälen, wenn sie sie auf der Straße sehen, beim Einkaufen, beim Busfahren?

Aila übt gerade, mit dem Bus alleine nach Hause zu fahren – und ich habe Angst. Nein, ich habe keine Angst, dass mein Kind mit Down Syndrom das nicht schafft. Ich habe Angst vor DEN ANDEREN. Davor, dass eins dieser verkorksten, nicht behinderten Menschlein, das nicht genug Kontakt mit behinderten Menschen hatte, meinem Kind weh tut. Deshalb muss ich mein Kind behindern. Ich kann sie nicht einfach üben lassen, damit sie am Ende dann wie alle anderen Kinder auch, alleine nach Hause fährt. – Und endlich habe ich den Satz begriffen, der schon in Ailas Kita an der Wand stand „Wir sind nicht behindert, wir werden behindert!“

Liebe Eltren von Kindern mit Behinderungen: Ich weiß, dass es schwer ist, etwas zu verändern. Und ich weiß auch, dass man selbst dafür oft nicht die Kraft hat. Das ist auch vollkommen ok! Aber wollen wir nicht, dass sich etwas verändert? Und wäre es da nicht sinnvoll, diejenigen zu unterstützen, die gerade die Kraft und den Mut haben, etwas zu verändern? Sollten wir nicht statt „das klappt ja sowieso nicht“ oder „andere Kinder dürfen das ja auch nicht“ sagen „toll, dass ihr euch traut“, denn dann wird sich hoffentlich bald für uns alle etwas verändern und wir können davon profitieren.

Ich glaube an die Inklusion, aber sie ist bisher nur ein Traum. Aber die Geschichte hat uns gezeigt, dass es möglich ist, Träume zu verwirklichen – aber von „I have a dream“ bis President Obama war es auch ein weiter Weg, ein Weg, den nicht alle komplett gegangen sind, nur wenige von Anfang an, viele einen großen Teil der Strecke, aber einige leider bis heute noch überhaupt nicht. Aber diese Menschen sind nicht entscheidend. Entscheidend sind die, die etwas bewegen und die Welt ein kleines bisschen besser machen.

Nein, ich werde mir heute nicht die Diskussion bei Günter Jauch ansehen. Einfach weil ich auch keine Kraft mehr habe, weil ich nicht schon wieder in meinem Kopf Gegenargumente formulieren will. Ich werde mich lieber an die Nähmaschine setzen und etwas Schönes machen. Denn ich brauche einfach die Energie für mich. Trotzdem wünsche ich den Eltern von Henri ganz viel Glück auf ihrem Weg – hoffentlich ist er der kleine Stein, der die Lawine ins Rollen bringt.

Katta

 

AilaFedernSeeYetta

Schulwege – 3/21 A Day in the life

Hatte ich erwähnt, dass ich mächtig hinter hinke? Hier kommt also nun mein Beitrag zum WDSD 14, nur gute 8 Wochen zu spät.
Did I mention that I am really far behind with my blog posts? So here comes my contribution to WDSD 14, only good 8 weeks too late.

In der Woche vor dem Welt Down Syndrom Tag hat Aila mir ihrer Klasse einen Film über Schulwege von Kindern in anderen Ländern gesehen. „Auf dem Weg zur Schule“ zeigt den Schulweg von 4 Kindern, die genau in Ailas Alter sind (11-13 Jahre) und deren Weg in Kenia, Marokko, Argentinien und Indien mit einigen Strapazen verbunden ist.
In the week before World Down Syndrome Day Aila has seen with her class a film about the way to school in other countries. On the way to schoolshows the way to school of four children in Ailas age (11-13 years) and their way in Kenya, Morocco, Argentina and India is associated with some hardships.

Ailas Weg ist zwar nicht besonders hart, aber doch irgendwie besonders, denn er ist fast wie ein Sightseeing durch Berlin und kommt wohl an den meisten Punkten vorbei, die jeder Berlin Tourist gesehen hat. Hier kommt deshalb der Schulweg nach Hause von Aila:
Although Ailas way is not particularly hard, it is somehow special because it’s almost like a sightseeing through Berlin and she passes most points that every Berlin tourist has seen. Here, therefore, the way home from school of Aila:

Bevor wir den Weg nach Hause antreten können, müssen wir noch unbedingt auf den Bücherbus warten. Er kommt alle zwei Woche zu Ailas Schule und sie liebt es, dort in den Büchern und DVDs zu stöbern und sich selbst aussuchen zu können, was sie mag.
Before we can make our way home, we have to necessarily wait for the bookmobile. It comes every two weeks to Ailas school and she loves to browse through the books and DVDs and to be able to pick and choose what she likes.

buecherbus

Weiter gehts zur Bushaltestelle. Je nach Verkehrslage brauchen wir 15 – 45 Minuten für die Fahrt mit dem Bus. Leider meist eher 45 Minuten, aber wenn es mal keine Baustellen mehr auf unserer Strecke gibt, schaffen wir es vielleicht in 15 ;-).
On it goes to the bus stop. Depending on traffic, we need 15-45 minutes for the bus ride. Unfortunately, most likely 45 minutes, but if there are one day no more contruction sites on our route, we might make it to 15 😉.

 

Fernsehturm

Und erkannt? Wir steigen jetzt mal ein…
And recognized it? We are now going to enter the bus

Aila

…und kommen an allen möglichen Sehenswürdigkeiten auf der Straße „Unter den Linden“ vorbei: Museumsinsel, Operpalais, Neue Wache, Humboldt Universität, Kaiserhöfe, Madame Tussauds und, und und… (so viele Bilder kann man gar nicht machen, wenn man im Bus vorbei fährt!)
and get past all sorts of attractions on the street „Unter den Linden“ Museum Island, Opernpalais, Neue Wache, Humboldt University, Kaiserhöfe, Madame Tussauds and, and, and (it is not possible to take pictures of all of them!)

 

Mad tussauds

Unser Bus muss abbiegen, denn direkt durch das Brandenburger Tor darf er nicht fahren.
Our bus has to turn, because he can not drive directly through the Brandenburg Gate.

brand tor

Nächste Station: Reichstag!
Next Stop: Reichstag!

Reichstag

Weiter geht es vorbei am Bundeskanzleramt (Einmal Frau Merkel winken 😉 )
Continue past the Federal Chancellery (waving to Mrs. Merkel 😉 )

Kanzler

…und gleich gegenüber der Hauptbahnhof.
and just opposite the main train station (Hauptbahnhof).

Hauptbahnhof

Lange Busfahrten sind voll langweilig!
Long bus rides are so boring!

Busfahrt1

Wenn man Glück hat, bekommt man aber ein tolles Eis als Entschädigung.
But if you’re lucky, you get a great ice cream as compensation.

eis

Nach ein paar Abstechern sind wir dann wirklich zu Hause angekommen, langsam geht sogar schon die Sonne in unserer Straße unter.
After a few side trips, we arrived at home, the sun is going down already in our street.

strasseHOME!

Auch wenn ich es nicht rechtzeitig geschafft habe, kommt hier der Link zu den anderen Geschichten, vielleicht möchtet ihr ja noch weiter lesen: A day in the life.
Even though I have not made ​​it in time, here’s the link to the other stories, maybe you still want to read more: A day in the life.

Bis bald 🙂

Katta

Was ist eigentlich Inklusion?

Diese Frage stelle ich mir in den letzten Tagen wieder öfter, da ich das scheinbar falsch verstanden habe. Ein großer Teil der Deutschen meint wohl, dass Inklusion nur ein anderes Wort für Integration ist und es „nur“ darum geht, Menschen mit Behinderungen z.B. in die Schule aufzunehmen.

Vielleicht bin ich ja die einzige, die das so sieht, aber Inklusion betrifft uns ALLE! Hier geht es darum, dass alle Menschen unterschiedlich sind. Wenn ich das auf die Schulsituation reduziere (und ich bin sehr wohl der Meinung, dass Inklusion nicht nur etwas mit der Schule zu tun hat – aber irgendwo muss man ja anfangen), dann heißt Inklusion für mich, dass alle Kinder ein unterschiedliches Lerntempo haben. Ein inklusiver Unterricht ist folglich ein Unterricht, bei dem jedes Kind – sei es hochbegabt, normalbegabt (gibt es die überhaupt noch ;-)? ) oder in irgendeiner Form eingeschränkt – auf seine Kosten kommt. Hierfür benötigt man einen differenzierten Unterricht und ja – das macht Arbeit! Das ist nicht ein bißchen blabla an der Tafel und das ist auch nicht das Hervorzaubern von immer wieder gleichen Arbeitsbögen aus der bewährten Schublade. Es ist vielmehr mitdenken, wachsam sein, immer wieder neu einlassen auf veränderte Situationen.

Inklusion ist nicht bequem. Nein, sie ist das genaue Gegenteil. Und ich weiß, dass es die Lehrer dort draussen gibt, die es versuchen. Aber was nutzt der größte Enthusiasmus, wenn er von allen möglichen Seiten torpediert wird?

  • Wenn ich eine Schulleiterin habe, die bei Krankheitsausfällen als erstes die Sonderpädagogin abzieht, mir aber hoch und heilig versichert, dass sie die Stunden auch als „ausgefallene Stunden“ dem Schulamt meldet. „Sicher haben Sie doch Verständnis dafür, dass sonst für 25 Kinder der Unterricht ausfallen würde…“ Nein, hab ich eigentlich kein Verständnis dafür, schließlich sind damit für Aila so viele Stunden ausgefallen, dass es vermutlich ein ganzes Schuljahr ausmacht. Wenn dann eben jene bei der nächsten Einschulungsfeier verkündet „Inklusion ist für uns kein Fremdwort“, frage ich mich wieder, ob ich da was falsch verstanden habe.
  • Was soll ich als Lehrer machen, wenn die Schulhelferstunden immer weiter gekürzt werden?
  • Was soll ich machen, wenn ich zwar als Sonderpädagoge eingestellt bin, ich aber alles andere mache und mich nicht um die wirklichen Probleme kümmern kann?

Mal ganz ehrlich – Inklusion ist kein Sparkonzept. Doch leider scheint das irgendwie in den Köpfen der Politiker rumzugeistern. Dabei wäre es jetzt nötig, in die Zukunft unserer Kinder zu investieren. Wenn wir mehr Geld in die Bildung stecken, haben alle (ALLE!) etwas davon. Schauen wir uns doch das finnische System an. Bei jeder PISA-Studie wird uns wieder erzählt, wie toll die Finnen abschneiden, aber uns wird nie gesagt, was die Finnen anders machen. Dabei gibt es ein paar ganz eindeutige Faktoren:

1. Die Finnen stecken VIEL Geld in die Bildung
2. In Finnland gehen ALLE Kinder gemeinsam in die Schule und zwar mindestens bis zur 9. Klasse
3. Die Klassen sind kleiner
4. Die Lehrer werden durch ein vielschichtiges System an Helfern unterstützt

Merkwürdigerweise ist in Deutschland ganz oft ein Argument gegen die Integration (Inklusion will ich es einfach noch nicht nennen) von behinderten Kindern, dass ja dann die anderen Kinder schlechter lernen würden. Wie passt das mit den Erfahrungen in Finnland zusammen? Wie kann es sein, dass unser Bildungsbürgertum panische Angst davor hat, dass die eigenen Sprösslinge versagen, nur weil jemand in der Klasse ist, der weniger schnell lernt, wenn scheinbar in Finnland genau das Gegenteil die Regel ist. Aber nicht nur die unbedarften Bildungsbürger stoßen in dieses Horn, nein es sind auch die Eltern von behinderten Kindern, von denen ich in den letzten Tagen immer wieder Kommentare gelesen habe, die mich traurig und auch bestürzt machen. Immer wieder lese ich:

„Warum soll er auf ein Gymnasium gehen, er wird dort doch sowieso nie das Lernziel erreichen“
Ich drehe mich im Kreis mit meiner Frage: Was ist eigentlich Inklusion? Gibt es beim inklusiven Unterricht noch ein gemeinsames Lernziel? Kann ich mein persönliches Lernziel nicht auf jeder Art von Schule erreichen, weil es eben ein persönliches Ziel ist, das nicht an ein Schulsystem gebunden ist? Was gibt es besseres, als gemeinsam mit seinen Klassenkameraden und Freunden den Weg weiter zu gehen? Mit ihnen gemeinsam nach der Schule nach Hause zu laufen, statt mit einem Fahrdienst 30 km weit entfernt zur Schule zu gehen?

Die ganze Diskussion wird gerade akut geführt, weil es die Petition für Henri gibt, der mit seinen Freunden aufs Gymnasium wechseln soll, die Sonderpädagogische Hilfe ist bewilligt, aber die Lehrer des Kollegiums haben sich dagegen entschieden, ihn aufzunehmen. Wer noch nicht davon gehört hat und noch unterschreiben möchte, kann es hier tun. Das es bequeme Lehrer gibt, die so handeln, kann ich mir vorstellen. Was mich aber wirklich aus der Bahn geworfen hat, ist die Tatsache, dass es nun eine Gegenpetition gibt, wo all die geängstigten Bildungsbürger Unterschriften sammeln, damit Henri die Schule nicht besucht. Alleine die Begründung der Gegenpetition lässt in mir solch eine Wut aufsteigen, dass ich am liebsten mal nach Baden-Württemberg fahren und ein paar Leute schütteln würde. Wenn ich lese:

Auch ist es fraglich, ob sich momentane Freundschaften, die er aus der Grundschule hat, nicht sowieso – wie auch bei jedem anderem Menschen – mit der Zeit im Sand verlaufen. Und was hat er dann?

Ich selbst habe einen Bruder, der zu 80% schwerbehindert ist. Erst nachdem er auf eine Sonderschule gegangen ist, konnte er wahre Freundschaften zu Gleichaltrigen knüpfen.

Nur weil sein Bruder (und Entschuldigung wie lange ist das her? 30 Jahre? 40 Jahre?) scheinbar keine Freundschaften geschlossen hat, kann er doch nicht auf alle anderen schließen. WAHRE Freundschaften können halt nur Behinderte untereinander schließen? Nur, weil VIELLEICHT die Freundschaften nicht halten, ist das doch noch lange kein Grund, dass er nun in eine Förderschule geht, wo er niemanden kennt und vielleicht GAR KEINE Freunde findet. *kopfschüttel*

Lieber Verfasser der Gegenpetition, ich muss Sie enttäuschen: Das Leben in Deutschland – zumindest in den nördlichen Regionen – hat sich verändert. Unser Land ist toleranter geworden und es gibt immer mehr Menschen, die verstanden haben, dass Verschiedenheit und Anderssein positive Dinge sind, vor denen man keine Angst haben muss.

Und ganz ehrlich – meine Tochter hat wahre Freundschaften gefunden, ohne je in eine Sonderschule (bzw. Förderschule, wie es nun heißt) gegangen zu sein. (Gerne kann man das z.B. hier nachlesen.)  Sie hat Freundinnen ohne Behinderung, aber auch mit Behinderung – ganz gesund gemischt und darüber freuen wir uns.

Aila besucht die 5. Klasse einer Gemeinschaftsschule und wird mit ihren Klassenkameraden gemeisam bis zur 10. Klasse gehen. Anschließend kann auf ihrer Schule das Abitur erworben werden. Sicher nicht von Aila, aber ganz bestimmt von vielen Kindern, obwohl – oder gerade – weil sie mit Aila in einer Klasse waren.

Weiterlesen kann man gerne bei der Aktion Mensch, die auch diese wunderbaren Grafiken gemacht hat, die es im wahrsten Sinne auf den Punkt bringen:

Exklusion
so wie es leider noch viel zu oft ist

965

Integration
die wir an vielen Stellen schon geschafft haben

963

Inklusion
die das Ziel ist

964

Hoffen wir, dass die roten Pünktchen sich nicht durchsetzen, sondern wir in einer bunten Gesellschaft leben können.

Ganz nachdenkliche Grüße

Katta

symbol-inklusion

 

 

 

 

 

 

#21madeforyou im April

Und schon wieder ist ein Monat vergangen. In diesem Monat möchte ich Euch zeigen, was ich für Aila genäht habe. Da der Sommer schon fast vor der Tür steht – jedenfalls hat es sich heute so angefühlt -, habe ich die ersten Sommerkleider genäht. Für Aila nähe ich gerne das Kleid Whitney von Farbenmix. Ein leichtes T-Shirtkleid, dass sie im Sommer so trägt und im Winter mit einem Longsleeve darunter über der Hose. Die letzten hatte ich bereits vor 3 Jahren genäht und sie haben wirklich in diesem Winter noch gut über der Hose gepasst, aber für den Sommer sind sie nun eindeutig zu kurz.

And again one month has passed. This month I want to show you what I made for Aila. As the summer is almost at the door – at least it felt like this today I have sewn the first summer dresses. For Aila I sew the dress Whitney of „Farbenmix“. A light T-shirt dress that she wears in summer and in winter with a long sleeve over trousers. The last dresses I had sewn 3 years ago and they really did a good job again in this winter, but for the summer they are now clearly too short.

Ich habe nun insgesamt 4 Kleider genäht. Zwei mit etwas größerem Muster und ohne zusätzliche Verziehrung und zwei, die noch zusätzlich mit Applikationen versehen wurden. Hier sind sie nun:

I now have sewn a total of 4 dresses. Two with larger designs and two that were additionally provided with applications. And here they come:
Das erste Kleid ist mit einem Zahlen- und Uhrenmuster. Aila übt gerade fleissig das Uhren-lesen, da fand ich den Stoff sehr passend. 🙂
The first dress comes with a number and watches design. Aila is learning to read the watch at school, so I found the material very suitable :-).
Kleid Uhr freigestellt
Den Stoff für das zweite Kleid hat sich Aila selbst ausgesucht. Man merkt deutlich, dass sich ihr Geschmack langsam ändert und sie sich nicht mehr Kleinkind-Stoffe aussucht.
The fabric for the second dress Aila has chosen herself. One can see clearly that her taste changes slowly and she doesn’t choose toddler design any more.
Kleid Retro freigestellt
Für das Kleid Nr. 3 hatte sich Aila eine Buch-Applikation gewünscht. Ich habe ziemlich lange gesucht und habe irgendwie nichts passendes gefunden. Es ist deshalb eine lesende Elfe geworden, die ich gemeinsam mit Aila ausgesucht habe.
For dress No. 3, Aila had wanted a book application. I’ve searched quite a long time and haven’t found something suitable. It has therefore become an elf reading, which I have chosen together with Aila.
Kleid Fee freigestellt
Für das letzte Kleid habe ich etwas mehr Zeit gebraucht, denn Aila hatte sich darauf einen Leuchtturm gewünscht. Als ich die Applikation fertig hatte, kam mir der Leuchtturm allein so einsam vor, also habe ich noch ein Segelboot und ein paar Wellen ergänzt. Ich mache selten solch aufwendige Applikationen und bin schon ein bißchen Stolz auf mich, dass ich es so gut hinbekommen habe. Der Leuchtturm und das Segelboot und auch der Stoff sind von Blaubeerstern. Die Steine und die Wellen habe ich frei Hand zugeschnitten.
For the last dress I needed some more time, because Aila had desired a lighthouse. When I had finished the lighthouse-application, it looked so lonely on the dress, so I added a sailboat and a few waves. I rarely make such complex applications and I’m a little proud of myself that I’ve got it so good. The lighthouse and the sailboat and also the jersey are of Blaubeerstern. The stones and the waves are free-hand cut.
Kleid maritim freigestellt
Vielleicht wollt ihr mir zeigen, was ihr für Eure Kinder mit Down Syndrom im April gemacht habt? Oder vielleicht haben Eure Kinder ja auch etwas für Euch gemacht? Ich würde mich freuen, davon etwas gezeigt zu bekommen 🙂
Maybe you want to show me, what you have made for your kids with Down Syndrome in April? Or maybe they have made something for you? I would be very happy to see something from you! 🙂
Grüße von Katta

Fashion Show – Modenschau

Nun ist es schon zwei Wochen her, aber ich komme leider erst heute dazu, Euch Bilder von der tollen Modenschau in Velbert zu zeigen.

Now it’s been two weeks ago, but unfortunately I couldn’t manage until today to show you pictures of the great fashion show in Velbert.

Es war gar nicht so einfach, Bilder von der Modenschau zu bekommen, denn ich selbst konnte keine Bilder machen, da ich ja hinter der Bühne Kinder sortiert und auf die Bühne geschoben habe.

It wasn’t easy to get pictures of the fashion show, as I wasn’t able to take any pictures because I’ve sorted children behind the stage and pushed them onto the stage.

Den eigentlichen Welt Down Syndrom Tag haben wir leider auf der Autobahn verbracht, da wir von Berlin nach Velbert schon alleine 6 Stunden Fahrzeit einplanen mussten. Aber als wir endlich angekommen waren, konnte der Catwalk ausgiebig getestet werden.

We have spent the actual World Down Syndrome Day on the highway, as we had to schedule 6 hours driving time from Berlin to Velbert. But when we finally arrived, the catwalk has been extensively tested.

Uebung

 

Auch unseren Verkaufsstand haben wir schon Freitag Abend aufgebaut, denn wir hatten jede Menge Yettas, Kindertaschen und auch die bedruckten T-Shirts von unserem Gemeinschaftsprojekt mit clettisZauberCletti“ dabei.

We have also already built up our sales table Friday night because we had taken a lot of Yettas, kids bags and also the printed T-shirts from our joint project with clettis ZauberCletti„.

Stand

Am Samstag war es dann endlich so weit. Aila war den ganzen Morgen schon total nervös und aufgedreht. Nach dem Eröffnungsgottesdienst mit Clemens Bittlinger wurde das Video zum Lied „My personal Superstar“ von Steff & Bam feat. Jana Pöhlmann und Mia vorgestellt. Wer es noch nicht gesehen hat, sollte das unbedingt nachholen: https://www.youtube.com/watch?v=_BJGmIYLFdc.

On Saturday it was finally time. Aila was the whole morning already so nervous and excited. After the opening service with Clemens Bittlinger the video of the song „My personal Super Star“ by Steff & Bam feat. Jana Pohlmann and Mia was presented. Everybody, who hasn’t seen it yet, should definitely watch it herehttps://www.youtube.com/watch?v=_BJGmIYLFdc.

Aber nun Vorhang auf, für die ersten Bilder von der Modenschau. (Falls mir noch jemand Bilder schicken möchte, nehme ich auch gerne noch später welche auf).

But now the first pictures from the fashion show!
aila und A 2P
Erkennt jemand dieses hoch konzentrierte Model? Ich bin wirklich selbst total begeistert, wie toll sie das gemacht hat und wie erwachsen sie hier aussieht. Aila trägt ein Kleid nach dem Schnittmuster Geske von Farbenmix. Da das Kleid für sie in der größten Größe für sie schon zu schmal ist, habe ich die Länge der Größe 146/152 beibehalten (Aila ist nun wirklich schon 1,44 m groß!) und den Rock und das Oberteil in der Weite angepasst. So stimmen die Proportionen und es kneift und zwackt nix.
Das Kleid für die kleine A. war etwas komplizierter und ich habe mir dafür Unterstützung von der lieben Leela Minzz geholt, denn A. hatte am 22.3. ihren 4 Geburtstag und es sollte etwas ganz besonderes werden. Das Kleid ist nun eine Mischung aus dem Schnitt Unique von Farbenmix, einer Passe nach einem Ottobre-Schnitt und viel kreativem Input von Leela.
Beide Kleider sind übrigens aus Stoffen aus der Stoffserie „Jinny Jou“ von Jolijou.
Does someone recognize this highly concentrated model? I’m really thrilled even how great she did and how grown up she looks here. Aila is wearing a dress according to the pattern of Geske from Farbenmix. Since the dress in the largest size  is already too narrow for her I have retained the length of size 146/152 (Aila is really 1.44 m tall!) and adapted the skirt and the top in the extent. So the proportions are right.
The dress for the little A. was a little more complicated and I got myself for support from dear Leela Minzz because A. had her 4th birthday on that day and it should be something very special. The dress is now a mixture of the pattern Unique of Farbenmix, a yoke of a Ottobre pattern and much creative input of Leela.
Both dresses are made of fabrics from the fabric collection „Jinny Jou“ by jolijou.
Die passenden Hüte, die Leela extra für die Modenschau angefertigt hat, haben leider die lange Wartezeit nicht überlebt. Schade!
The matching hats that Leela has made ​​especially for the fashion show, did not make it to the catwalk. What a pity!
Leela Minzz
Leela hat übrigens im letzten Jahr ihr Hochzeitskleid und die Kleider ihrer Blumenmädchen selbst genäht! Bevor ich angefangen habe, für Aila zu nähen, war sie unsere Haus- und Hofschneidneiderin und hat z.B. auch Ailas Einschulungskleid genäht. Ist das nicht schön (und ist das kleine Mädchen nicht süß? Da sieht sie noch so brav aus 😉 )
Leela has last year sewn her wedding dress and the dresses of her flower girl! Before I started to sew for Aila, she was our personal tailor. She has made e.g. Ailas enrollment dress. Isn’t it nice (and isn’t that little girl cute? And she looks so well-behaved😉 )
Aila Einschulung 2008
Bei der Modenschau ist auch noch ein Topmodel für mich gelaufen :-). N. ist 18 Jahre alt und ich wollte ihm gerne etwas cooles nähen. Ich habe ihm deshalb ein Longsleeve aus fetzigem, orangen und retro Kassetten Jerseys genäht. Die Kopfhörer und der MP3-Player sind nach einer Stickdatei von Feenwerkstatt entstanden. Den MP3-Player habe ich auf eine kleine Tasche gesetzt, in der der echte MP3-Player verstaut werden kann. Die Kabel sind aus Gummikordel und waren wirklich fies aufzunähen…
At the fashion show, a supermodel has also walked for me 🙂. N. is 18 years old and I wanted to sew him something cool. I have therefore made ​​for him a longsleeve made of funky orange and retro tape Jerseys. The headphones and MP3 player are made after an embroidery file from Feenwerkstatt. I have put a small bag in which the real MP3 player can be tucked. The cables are made ​​of rubber cord and were really nasty to sew
Nils Tshirt
Zusätzlich habe ich noch eine Fleecejacke genäht, die eine Mischung aus dem Down Syndrom Schnitt Yetta und dem Schnittmuster Bandito ist. Die aufgesetzten Taschen und die Kapuzenfütterung ist aus passendem Kassetten-Jersey. Als Ergänzung gab es noch zwei Kassetten-Stickereien, die zweite sitzt hinten auf der Hüfte auf einer aufgesetzten Tasche, leider habe ich davon kein Foto.
Additionally, I have sewn a fleece jacket that is a mixture of the Down Syndrome pattern Yetta and the pattern Bandito. The patch pockets and hood lining is made ​​of matching cassette Jersey. In addition there were two cassette embroideries, the second sitting backwards on the hip on a patch pocket, unfortunately I have no photo of it.
Topmodel
Aber auch die anderen Designer haben tolle Sachen gezeigt. Da leider viele Eltern nicht möchten, dass die Bilder ihrer Kinder gezeigt werden (…und ich habe dafür vollstes Verständnis!), zeige ich hier noch zwei Yetta-Varianten, da diese für mich natürlich besonders spannend sind. Als erstes die süße J. in einem Yetta-Kleid, das ihre Mama Martina genäht hat. Martina ist die creative Frau hinter JoLou und näht ganz tolle, bunte Kleidung für Kinder mit Down Syndrom.
But also the other designers have shown great stuff. Unfortunately many parents do not want the pictures of their children shown online (… and I fully understand it!), but I want to show at least two Yetta variants, as these are particularly exciting for me, of course! First, the sweet J. in a Yetta dress that has been made by her mum Martina. Martina is the creative woman behind JoLou and sews really great, colorful clothing for children with Down syndrome.
JoLou J
Mein absoluter Favorit bei der Modenschau war N.! Sie ist 24 Jahre alt und zieht gerade in eine WG. Wer mehr über das Projekt erfahren möchte, schaut mal bei WG – mal anders vorbei. Das Oberteil hat ihre Mutter auch nach dem Schnitt Yetta gezaubert. Sie hat dafür ein bereits fertiges Oberteil auseinander genommen und dieses hippe Teil ist entstanden:
My absolute favorite of the fashion show was N.! She is 24 years old and is moving in a „commune“. If you want to learn more about the project, have a look at WG mal anders. The top was sewn by her mother also after the pattern Yetta. She took an existing shirt and cutted it apart and this hip shirt is the result:
N WG mal anders
Und noch drei tolle Models darf ich Euch zeigen. In der Mitte die kleine Mia, die ihr schon aus dem Video zu My personal Superstar kennt. Sie trägt ein 60er-Jahre Kleid nach einem Schnittmuster von Mariele, das auch Martina von JoLou genäht hat. Sie wird von den beiden Schwestern M. und L. begleitet, die zeigen, was Teenagern gefällt. M. trägt ein Wickelkleid nach einem Schnittmuster von Ki-ba-doo aus dem Hause Sonnenschein. Das Shirt von L. ist auch nach einem Schnittmuster von Ki-ba-doo entstanden. Das Shirt wurde von Zauberflügerl genäht. (Vielen Dank für das Foto! Foto von mau-macht-fotos)
And I can show you three more beautiful models. In the middle you can see Mia that you already know from the video „My personal superstar“. She is wearing a 60s dress (pattern of Mariele) that Martina from JoLou has sewn. She is accompanied by the two sisters M. and L., showing what teenagers like. M. is wearing a wrap dress (pattern by Ki-ba-doo) made from K. from Sonea Sonnenschein. The shirt of L. is also after a pattern of Ki-ba-doo. The shirt was sewn by Zauberflügerl. (Thank you for the picture! Picture was taken from mau-macht-fotos)
extra drei m
Ich hoffe, ihr habt genauso viel Spaß beim Anschauen der Bilder wie ich 🙂
I hope you have as much fun as I have looking at these pictures 🙂
Katta